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Was versteht man unter Verstärker, Strafen und Motivation?


Verstärker: primär und sekundär
Primäre Verstärker sind all jene Verstärker welche die Grundbedürfnisse wie, z.B. Geborgenheit, Zuwendung oder Hunger und Durst stillen. Leckerli sind bei Hunden primäre Verstärker. Sekundäre Verstärker werden auch konditionierte Verstärker genannt. Sie wurden vorher konditioniert und kündigen einen primären Verstärker an. Dies ist wichtig bei der Arbeit mit dem Markerwort oder Klicker.

Positive und negative Verstärker
Positive Verstärkung bedeutet, dass auf ein Verhalten unmittelbar eine angenehme Konsequenz folgt. Diese führt zu einer Verstärkung des unmittelbar davor gezeigten Verhaltens, welches fortan häufiger gezeigt wird. Ich erwähne, dass "positiv" hier im Sinne von "hinzufügen" gemeint ist.
Beispiele: Hund setzt sich auf Signal hin und erhält Leckerli.
Hund bringt Dummy zurück und wird belohnt mit einem Werfen.

Negativer Verstärkung bedeutet, dass etwas Unangenehmes entfernt wird, weswegen eine Verhaltensweise häufiger gezeigt wird. Beispiel: Ein Hund, der bei Besuch ausgegrenzt wird und aufgrund dessen laut bellt, macht die Erfahrung dass dies nichts bringt. Ist er irgendwann ruhig, wird er zum Besuch gelassen, hier wird das ruhige Verhalten verstärkt. Die unangenehme Umweltbedingung (räumliche Trennung) wurde entfernt, wodurch die Auftrittswahrscheinlichkeit des ruhigen Verhaltens erhöht wird.


Positive und negative Bestrafung
Bei der negativen Bestrafung wird etwas Angenehmes entzogen, weswegen ein Verhalten weniger wahrscheinlich auftritt. Beispiel: Ein Hund, der um Aufmerksamkeit zu bekommen seinen Besitzer anbellt und als Konsequenz von diesem ignoriert wird, wird negativ bestraft. Etwas Angenehmes (Aufmerksamkeit) wird ihm entzogen und die Auftretenswahrscheinlichkeit des Bellens wird verringert.

Positive Strafe bedeutet einen unangenehmen/aversiven Reiz hinzuzufügen, um die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens zu verringern. Ein klassisches Beispiel hierfür sind Sprühhalsbänder. Ein Hund, der jagt und immer dann einen Sprühstoß bekommt, wenn er jagen gehen will, wird in Zukunft diese Verhaltensweise weniger zeigen oder ganz einstellen. Es wurde ein Reiz hinzugefügt, der bewirkte dass die Auftrittswahrscheinlichkeit des Jagens verringert wurde.
Ein anderes Beispiel: Ein angeleinter Hund rennt plötzlich los und rennt selbst in die Leine und spürt Schmerz.Welpe zwickt seine Geschwister und wird zurückgezwickt. Achtung: Viele Techniken der positiven Strafe sind tierschutzrelevant und werden hier nicht näher erläutert.


Das Konzept der Motivation
Je näher eine Belohnung die aktuellen Bedürfnisse des Hundes befriedigt, desto hochwertiger ist diese und desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund zuverlässig auf ein Signal reagieren wird. Warum? Der Mensch bringt sich in die Bedürfniserfüllung von seinem Hund stärker ein. Je besser Sie die Bedürfnisse Ihres Partners-Hund kennen, desto leichter fällt Ihnen die Erziehung des Hundes. Wie gut kennen Sie Ihren Hund? Beobachten Sie Ihren vierbeinigen Freund ganz genau und notieren Sie sich, was ihr Hund gerne und oft tut. Unabhängig davon, ob Sie es gut finden oder nicht, und ob Sie beteiligt sind. Ordnen Sie diese Dinge nach Priorität.
Wichtig: Streicheln und Knudel mag zwar in entspannten Situationen super für den Hund sein, aber im Stress könnte es eine Belastung sein.


  Das sollten Sie über die Anwendung von positiver Strafe wissen.
Positive Strafe ist nicht im Sinne von guter oder sinnvoller Strafe zu verstehen, sondern im aktiven hinzufügen unangenehmer Konsequenzen für den Hund. JAMES O´HEARE, Verhaltensbiologe, legt unter anderem folgende Kriterien für positive Strafen fest:

Die Strafe muss so intensiv sein, dass der Hund erschrickt und sein Verhalten dadurch unterbrochen wird.
Die Strafe muss ausnahmslos immer erfolgen, wenn das fragliche Verhalten auftritt.
Die Strafe muss unmittelbar auf das Verhalten folgen.
Der Hund muss eine Verhaltensalternative gelernt habe, mit der er positive Strafe vermeiden kann.

Es ist bewiesen, dass ein Hund positive Strafe mit der Person verknüpft von der positiv gestraft wurde und den Hund einem Stresslevel aussetzt, welches einem optimalen Lernprozess nicht möglich ist. Stellen Sie sich vor sie müssten in kurzer Zeit ein langes Gedicht auswendig lernen und würden für jeden Fehler eine Strafe bekommen – ihrem Lernprozess würde dies nicht gerade fördern. Eng gebunden an eine positive Strafe ist die negative Verstärkung, welche etwas vom Hund als unangenehm empfundenes – durch positive Strafe hinzugefügtes - wieder entfernt. Als Beispiel wäre das Stachelhalsband zu nennen welches entfernt wird, wenn der Hund das Ziehen aufgegeben hat.

Was bedeutet dies jedoch im Umgang mit den Hunden? Sowohl positive als auch negative Erfahrungen in der Ausbildung werden stets Kontextbezogen abgespeichert, also auch mit dem Auszuführenden Halter verknüpft. Hunde lassen sich durch positive Strafe sicher von bestimmten Verhaltensweisen abhalten, was jedoch bedeutend schwieriger ist, sind es Hunde zu bestimmten Verhaltensweisen zu animieren. Das Ergebnis sind gestresste, weniger lernbereite Hunde. Wer Stress hat, ist jedoch nicht besonders lernfähig.


Motivation als Belohnung, am Wasser planschen und soziale Kontakte zu anderen Hunden zulassen.

 


Gabi Mohanty: Erlangen: Handy: 0176 / 38 48 17 62
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